KritikTheaterkritik Dirty Dancing - Das Original Live On Stage
Jeder kennt den Kino-Klassiker aus den 80ern mit Patrick Swayze und Jennifer Grey, die meisten mögen ihn heiß und innig wie die Musik selbst. Gerade geht es Patrick nicht so gut, ein Grund mehr sich das Tanzspektakel Dirty Dancing im Theater am Potsdamer Platz anzuschauen. Hält die Aufführung, was der Film verspricht? Lesen Sie selbst die Kritik von einem Musical-Erfahrenen.
Um es gleich vorweg zu nehmen: es ist kein Musical sondern eher eine Theater-Tanzaufführung, obwohl das wieder untertrieben scheint. Die Premiere startete am 7.4. 2009 mit großem Promi-Andrang. Sellbst Autorin Eleanor Bergstein war gekommen.
Das hypermoderne Theater bietet genügend Raum und Technik für Interpretationen. Von Anfang an auffälilg hübsch waren die Tänzereinnen und Tänzer, die in jeder Hinsicht eine gute Figur machten. Der Sound war anfänglich etwas unangenehm (starke Bässe), das Bühnenbild beeindruckend, welches vorwiegend durch Projektion und überdimensionale LCD-Bildschirme entstand. Nochmals kurz die Story zur Auffrrischung:
Die 17 jährige "Baby" - Francis Houseman - fährt im Jahre 1963 zusammen mit ihrer Schwester und ihren Eltern in das Ferienhotel Kellerman's, eine Art Vorvision heutiger All-Inklusive-Animationshotels. Der langweilige Ferienaufenthalt bekommt eine Würze durch die eher zufällige Bekanntschaft des Tanzlehrers und Herzensbrecher Johnny Castle, sowie der Kellner und Animationskollegen. Als die Partnerin des Tanzlehrers in Schwiergkeiten aufgrund eines Schwangerschaftsabbruchs gerät, hilft Baby für eine wichtige Tanzveranstaltung aus. Interessanterweise spiegel die Story die damalige politische Situation wieder, auch werden die damaligen Rassenkonflikte thematisiert. Baby verliebt sich in Johnny Castle und gewinnt Einblicke in sein Leben. Zum berühmten Showdown kommt es, als Johnny aufgrund einer vermeintlichen Straftat seinen Job verliert und seinen "letzten Tanz" zur Saison-Abschlussveranstaltung sich nicht nehmen läßt.
Bis zur ersten sehr späten Pause nach über 2 Stunden fehlte der Show die Dynamik. Ob es am Publkum lag oder an den beiden Hauptdarstellern, der Funke wollte nicht recht überspringen. Wobei hier die weibliche Hauptdarstellerin mehr schwächelte als ihr Kollege. Die Tanzeinlagen waren dagegen grandios. Eigentlich hätte man gar keine Hauptdarsteller oder Handlung gebraucht, ähnlich ging es mir im Abba-Musical... Man merkte, das es der Produktion sehr wichtig war sich an die Kino-Version bzw. Buch zu halten. Hier wäre weniger mehr gewesen. Nach der Pause sprang die Spannungskurve steil an - die Story wurde emotionaler - die Darsteller versuchten zu retten was zu retten war. Das Finale war grandios wenn auch nicht überraschend, die "Flugeinlage" von Baby wirkte ohne die Möglichkeiten des Filmschnitts ein wenig gehemmt. Selbst das Publikum hielt es nach dem 2. Beifall am Schluss, endlich, wenn nicht deutlich zu spät, nicht mehr auf den Sitzen. Alles in allem sehenswert, eine Pflichtversanstaltung für alle Fans von Dirty Dancing!









